3. Advent – die Frage des Johannes

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Ein Wächter links und einer rechts. Nach droben
zerrt man den Starken grob an Bart und Haar.
Der grause Henker hat das Schwert erhoben –

was Salome erbat, gleich ist es wahr:
„Des Täufers Haupt auf einer Silberplatte,
so löhne man mein Tanzen wunderbar.“

Johannes, weil er sie verurteilt hatte,
ward abgetan zu langer Kerkerhaft.
Nun fordert Herodias, diese Ratte,

dass man den klugen Mann beiseite schafft.
Das Schwert wird seines Lebens Ader trennen,
rot rinnt das Blut von wo die Wunde klafft.

Da hört auf Kellers Treppe man ein Rennen,
zwei Boten stürzen in den finstern Raum.
Er kann als treue Jünger sie erkennen –

halb da – halb fort, fast ist er schon im Traum.
Sie fallen nieder ihm erfreut zu Füßen
und greifen nach des Fellkleids hartem Saum:

„Der Meister Jesus lässt Johannes grüßen
wir dürfen dich in seinem Namen küssen.“

Du ließest fragen: ‚Sollen wir noch warten?
Und ob vielleicht ein anderer noch komm´ –
er wies er Früchte her aus Gottes Garten

und machte uns zu Kindern, gut und fromm.
Die Lahmen gehen, blinde Augen schauen,
und Totenleibern Leben wieder glomm.

Die Seuche weicht, Dämonen in die Sauen
gefahren sind, die Kranken werden heil,
dem Teufel stutzte Christ die scharfen Klauen.

Und du, Johannes, hast daran ein Teil.'“
Der Täufer hört und seine Augen leuchten,
man sieht es deutlich, trotz der großen Eil,

im Schein der Fackeln tun sie sich befeuchten
des Evangeliums wegen, das erscholl –
im finsteren Gewölb dem arg Gescheuchten.

Aus Herz und Mund ihm Psalm und Loblied quoll:
„So durfte ich den Heiland doch noch sehen.
Schlagt ab das Haupt, es sagte, was es soll.“

Die beiden Jünger – sieht er nicht mehr gehen.
Den er einst taufte – fühlt er bei sich stehen.

3. Advent – die Frage des Johannes

Bildschirmfoto 2017-11-27 um 15.01.23

Ein Wächter links und einer rechts nach oben
hinauf zerrt man den Starken grob am Haar.
Der grause Henker, schon das Schwert erhoben –

was Salome gebeten, macht er wahr:
„Des Täufers Haupt auf einer Silberplatte,
so löhne man mein Tanzen wunderbar.“

Johannes, weil er sie verurteilt hatte,
ward abgetan zu langer Kerkerhaft.
Nun fordert Herodias, diese Ratte,

dass man den klugen Mann beiseite schafft.
Gleich wird das Schwert ein Haupt vom Rumpfe trennen,

zum Hiebe hebt es sich in Meisterschaft –

da hört auf Kellers Treppe man ein Rennen,
zwei Boten stürzen in den finstern Raum.
Er kann als treue Jünger sie erkennen –

halb da – halb fort, fast ist er schon Traum,
sie fallen nieder ihm erfreut zu Füßen
und greifen in des Fellkleids harten Saum:

„Der Meister Jesus lässt Johannes grüßen
wir dürfen dich in seinem Namen küssen.“

Du ließest fragen: ‚Sollen wir noch warten?
Und ob vielleicht ein anderer noch komm –
er wies uns Blüten aus dem alten Garten

und machte uns zu Kindern, gut und fromm.
Die Lahmen gehen, blinde Augen schauen,
in toten Leibern Leben wieder glomm.

Die Seuche weicht, Dämonen in die Sauen
gefahren sind, die Kranken werden heil,
als Christus stutzt dem Teufel er die Klauen.

Und du, Johannes, hast daran ein Teil.'“
Der Täufer hört und seine Augen leuchten,
man sieht es deutlich, trotz der großen Eil,

im Schein der Fackeln tun sie sich befeuchten
des Evangeliums wegen, das erscholl –
hinabgetragen zu dem hart Gescheuchten,

dem jetzt vom Munde Psalm und Loblied quoll:
„So durfte ich den Heiland doch noch sehen.
Schlagt ab das Haupt, es sagte, was es soll.“

Die beiden Jünger sieht er nicht mehr gehen.
Doch den er taufte fühlt er bei sich stehen.

zur 2. Woche im Advent

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Und Zeichen zogen auf am weiten Himmel,
verwandelt wurden Sonne, Mond und Stern.
Die Erde schüttelt sich und dem Getümmel

der Völkerschaften bange ward. Von fern
hört dunkel man gefährlich dumpfes Brausen,
Gebirge speien Feuer aus vom Kern.

Die Menschen zittern bange in dem Sausen
und jeder ängstigt sich vor einem Ding,
das kommen soll schon balde. Denn da draußen

zerriss sich selbst Äon den Himmelsring.
Der Sterne Ordnung grüßt nur noch verschwommen –
du also, Christ, frohlocke froh und sing:

‚Der Menschensohn auf Wolken. Seht sein Kommen
mit Herrlichkeit im Glanze großer Kraft!‘
Erhebt das Haupt und tut nicht so beklommen.

Zwar Anfang ist es nur, doch fast geschafft!
Erlösung naht, ihr müsst nicht mehr erröten,
Hoffnung erquickt wie roter Traubensaft.

Vergesst die Gram beim Klang der frohen Flöten,
wer konnte je die Mandelblüte töten?

Die Zweige – schaut euch an in diesen Tagen,
erkennet selbst: Der Sommer ist ganz nah.
Glaubt seinem Grünen mehr als euerm Zagen,

denn Gottes Reich ist unter euch schon da.
Vom Ende aus lässt er zum Anfang sehen,
den Menschensohn, den niemand bisher sah.

Die Erde mit dem Himmel wird vergehen,
mein Wort jedoch bleibt bis in Ewigkeit.
Wenn auch die Berge nimmer sollten stehen,

ob allem Wandel bleib ich Herr der Zeit.
Ihr müsst nichts fürchten, aber solltet wachen,
dass treffe euch mein Tag in hellem Kleid.

Denn vorher lässt´s der Böse richtig krachen.
Drum sehet zu, dass niemand euch verführ.
Es schlummert nicht der arge alte Drachen –

er lauert Tag und nachts an eurer Tür:
‚Ich bin´s!‘ hört man verführerisch ihn sagen:
‚Fallt nieder hier in Huldigung vor mir!‘

Doch glaubt ihm nicht! Zu mir auf lichtem Wagen
der Wolken könnt ihr schau´n in diesen Tagen.