WAHRHEIT LEBEN

Foto: „Altar in der Glaubenskirche zu Piesteritz“  – Holzarbeit

Tafel

Liebe Leserinnen und Leser, – Erinnerungen – !!!

Als sich vor 20 Jahren die DDR aufzulösen begann und dann schließlich auch die Mauer fiel, wurde darüber viel geredet. Und auch sehr viel geschwiegen. Ein großes Experiment war an sein Ende geraten, – unrühmlich für die einen, voraussehbar für die anderen. Enttäuschung und Jubel, Hohn und Spott, Freude und Dankbarkeit mischten sich in jenem seltsamen Becher, aus dem wir alle mehr oder weniger trinken mußten. Tiefe Scham und „Wir sind das Volk“ – Rufe trieb die Menschen auf die Straßen und Plätze bzw. ins stille Kämmerlein. Noch heute wirken die Spätfolgen des Arbeiter- und Bauerstaates besonders gerade auch für Arbeiter und Bauern …

Eines der zehn Grundaxiome menschlichen Zusammenlebens blieb bisher der Satz: „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden über deinen Mitmenschen!“ Bei Jubiläen (und man kann ihnen nicht ausweichen) geht es auch darum, sich nichts vorzumachen. Weder über das, was war – noch über das, was noch kommt. Besonders aber auch darüber, was wirklich ist. „Ein Mund der die Wahrheit sagt, hat für immer Bestand“ lesen wir im Buch der Sprüche. Weil Wahrheit sich meist nicht schreien läßt, sondern eher gesagt werden will und die Wahrheit über uns Menschen immer ganz besonders wahr ist, könnten wir versuchen, nicht falsch Zeugnis zu reden über die Zeit und die Menschen und über uns selbst. Dies wäre ein spätes Geschenk des großen Experiments, das aus den Fußnoten der Geschichte uns langsam verdämmernd noch einmal mit ergrauter Mine zuwinkt.

Ihr Pfr.Matthias Schollmeyer

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