Das Gute und Das Schöne – Woltersdorf

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DAS GUTE UND

DAS SCHÖNE

Wolters Dorf

oder wollt Ihr´s

nicht?

Das Projekt im

Evangelischen Kirchspiel

Zahna

1.Vom Guten und Schönen

Nein, es ist nicht alles schön und gut. Doch das Gute und Schöne ist. Es begegnet gern und lässt sich finden. Man muß nicht suchen, es ist da.

Im Aufgang der Sonne. Der Baum auf der Heide. Die grasende Herde und schwebende Vögel. Am Himmel die Sterne. Das Brausen des Windes. Das Murmeln der Quellen. Der Duft der Blumen. Das wogende Kornfeld. Die Anmut der Kinder. Die Stille des Abends. Das Läuten  ferner Glocken. Das Lied und das Schauspiel. Das Leben der Menschen als versuchte Abbilder eines lebendigen Gottes. Gemälde und Melodien.

2. Die Dekade bis 2017

Jene Hammerschläge des revoltierenden Augustinermönchs, welche am 31.10.1517 an der Schlosskirchentür in Wittenberg zu hören gewesen sein sollen, sind schon lange verhallt. Und obwohl sie selber weniger Gesang als eher monotoner Rhythmus gewesen sein mochten, haben sie doch recht viel in Gang gesetzt …

Ob der vormalige Mönch wohl im 3/4- oder 4/4-Takt seine 95 Thesen anzweckt hat? Das Letzte wäre ein Marsch, ersteres dagegen hätte etwas Tänzerisches! Wie schlägt man mit dem Hammer zu? Und wie schwingt man das Tamburin?

Nietzsche, der sich hier auszukennen meinte, war Dichter, Philosoph und Musiker – und Kenner schätzen in ihm den (frommen) Menschen. Er schrieb ein Buch darüber, wie alles Wichtige immer irgendwie aus der Musik käme, hielt allerdings nicht viel von Luther. Dieser dagegen und seine humanistischen „Freunde“ hatten sich aber genauso wie der Röckener (und wie eigentlich alle!) in der Antike umgesehen – und sie nutzten sie auch für ihre Zwecke weidlich aus.

Immer wieder war die Antike jenen Zeiten, welche sich neu gebären wollten, Enzymspenderin und Katalysator. Der listige Odysseus bei den Sirenen z.B. ist Symbol auch für uns, die zwischen den Liedern und Rhythmen der Zeiten hin und her getrieben werden und dabei das unmöglich Scheinende doch erlauschen. Leise und leider manchmal zu verschämt summen wir ein „Christus resurexit“ dazu.

Und – vielleicht sind wir nur wegen dieses heimlichen Sirenengesangs nicht an den Felsen zerschellt, von der Charybde Geheul nicht  aufgeschlürft und nicht von Kyklopen zerschmettert worden. Scheint es nicht oft genau so?

Laßt uns deshalb weitersingen und neue Strophen finden. In der alten Antike gibt es noch viel zu holen …

3.Christentum und Antike

Immer hat die Antike diejenigen angeregt und inspiriert, die glaubten, etwas zu sagen zu haben. Auch die christliche Kirche hat gern aus dem antiken Fundus Fetzen und Prachtgewänder geliehen und sich passend gemacht.

Das Wahre, Gute und Schöne gehört immer in die Gegenwart. Da auch unsere Gegenwart (und wir selbst in ihr) des Guten und Schönen wie des täglichen Brotes bedürfen, könnten wir auf die Suche gehen. Zehn Jahre sind dafür zwar nicht genug, – aber mehr sind es nicht (mehr) bis zu dem denkwürdigen Datum im Oktober 2017.

Bei unserer Fahrt führe uns nun eher die Freude am Entdecken  -nicht so sehr der starre Blick auf schon 1000-fach abgeschrittene und vom oftmaligen Gebrauch zerschlissene Landkarten, auf denen man die Wege und Straßen gar nicht mehr recht sehen kann, wohl aber den Fingerschweiß derer, die den Weg ehrfürchtig oft nachgezeichnet – und dadurch zugleich vergilbt haben. Ehre und Ruhm für die vor uns!

Wir aber könnten uns an Thassilo von Scheffer halten, der in seinem Buch „Die Schönheit Homers“ schrieb:

„Hier hat wirklich eine inbrünstige Begeisterung für die Herrlichkeit der Dichtung die Feder geführt, hat sich von schwerem Gepäck der Wissenschaft gelöst und versucht, rein ästhetisch ihren ungetrübten Genuss in der vollen Hingabe an die unmittelbar gegebene Poesie … zu finden. Wie man mit einem kundigen Führer durch ein Museum voll lauter herrlicher Kunstwerke langsam und genießend dahingeht und sich ohne jede Hast nur auf das Schönste aufmerksam machen lässt, um dieses desto intensiver zu fühlen und um einen großen Gesamteindruck zu gewinnen, so möchte ich … dahingleiten, hierhin und dahin deuten und dabei das Schönste anklingen lassen. Es … ist wie eine große Kathedrale; man glaubt manchmal, sie und ihren herrlichen Inhalt zu kennen, aber immer wieder wird man Neues finden und staunend Eindrücke feststellen, für die man am Anfang vielleicht nicht empfänglich war. Die Ausbeute ist schier unerschöpflich, und sollte hier … das eine oder andere noch einmal zur Sprache kommen, auf dass … schon einmal verwiesen, so nehme man das ruhig wie den erneuten Anblick eines schon einmal selig genossenen Gemäldes. Wirkliche Größe ermüdet nie, sie ist immer „frisch, wie am ersten Tag „. (81f)

So etwa könnte es auch uns gehen. Zehn Jahre soll Odysseus auf der Irrfahrt unterwegs gewesen sein, bis er wieder das heimische Gewässer erreichte. Es war eine harte Reise, auf der er zwar alle Gefährten verlor, aber selber wieder am völlig desolaten und von nur wenigen Getreuen listig behüteten Heim anlangte. Was wäre des Odysseus Leben aber gewesen ohne die Erlebnisse vor Ilion und ohne die Irrfahrt durch Poseidons Zorngewässer?

Auf der deutenden Reise durch Humanismus, Barock, Klassizismus und Romantik wird uns das richtende Urteil über die großen Gestalten der Antike, wie unsere Vorfahren es für sich getroffen haben, die eigene Sichtweise zu schärfen lehren, es wird zugleich sehr unterhalten, wird reizend erfreuen und nützlich sein, – so wie das Düngen und Lockern der Erde um die Wurzeln eines schatten- und fruchtspendenden Baumes.

Zugleich wollen wir das klassizistische Kirchlein in dem winzigen Dorf Woltersdorf wieder herstellen. Oder ist das der eigentliche Grund unserer Reise? Nichts ist schöner und wird von den Himmlischen lieber gesehen als der Bau eines Tempels für ihre Gegenwart unter den Menschen. Und so hoffen wir, dass es gelingen wolle, das Gotteshaus, das keiner mehr braucht, aber das Mittelpunkt  ist, wieder herstellen zu lassen.

Eine Kostenschätzung finden Sie in Kürze hier.

Die Woltersdorf Kirche stellt mit ihrer
klassizistischen Innenausstattung, zu der auch die Orgel gehört, eine Besonderheit innerhalb der Kirchenlandschaft des Pfarrbereichs Zahna und des Kirchenkreises Wittenberg dar. Vorstellbar wäre innerhalb der Luther-Dekade eine klug ausgesuchte Veranstaltungsreihe zum Thema „Christentum und Antike“. Mit dem restaurierten Instrument und dem als Theaterraum nutzbaren Chorbezirk der Kirche ließen sich kleine Aufführungen inszenieren, welche interessante zeitgenössische Zusammenhänge von Kunst und Religion von der Zeit der Humanisten an bis hin zur Epoche Goethes und darüber hinaus erlebbar werden ließen. Die Artefakte, die innerhalb von 10 Jahren entstehen, könnten in dem Kirchlein gezeigt werden.

IDEENSKIZZE

Christus im Olymp (vgl.ANHANG)

–    das Bild von Max Klinger

–    Jede einzelne Gestalt soll im Blick auf die theologische

Wirkungsgeschichte und hinsichtlich des Woltersdorfer

Christusbildes thematisch behandelt werden.

Die Hand …

die den Himmel zu bewegen scheint

–    Altarbild in der Woltersdorfer Kirche

–    klassische Handstellungen

–    theologisches zu Christusbildern

–    Wundmale

–    Gott/Heros/Titan/Gigant und Menschenbruder

“Singe, o Muse … “

zu Gast bei Musen, Chariten, Eroten und Engeln

–    Euripides  und Homer zur Realität des Göttlichen in der Welt

–    die Musen und der Musenführer Apollon

Syrinx – der Wind im Schilf

–    Pans Flöten bauen

–    Mose im Schilfkörbchen

–    Apollo und Daphne

–    Nymphenstorries

–    klingende Geistphänomene

Form und Inhalt

–    Abguss von Büsten und Reliefs

–    Negativ und Positiv / seiten-verkehrt

Am schlimmen Rand des Lebens

alte einsame Männer und ihre Lieder

–    Alkestis (Euripides)

–    Der siebte Ring (Stefan George)

–    Metamorphosen (Ovid)

–    Metrum und Melodie

Wer kann das fassen?

Vasen und Amphoren töpfern und bemalen

–    Linie und Ornament

–    Bemalungstechnik

–    Glasur und Brand

Jeder tiefe Geist braucht eine Maske

Maskenbau mit Gipsbinden für Theater

–    Verstellung

–    Verkleidung

–    Verwandlung

–    Offenbarung

Musik / Chorführer / thebanische Greisinnen

–    Gesang

–    Sprechgesang

–    Tanzschritte

–    Gluck  „Orpheus & Euridike“

–    Offenbach « Orpheus in der Unterwelt »

Klassische Bildungsdämmerung

–    Wir lesen Homer und Homer Simpson

–    Gymnasium

–    Motive und Mythen

Psychologie “gnoti seauton“

–    Tempelschlaf und Trauminitiation

Kulissenwerkstatt

–    der wallende Vorhang des Erebos,

–    Weben und Filzen

–    Puppenbühnen und Erdspießfiguren

Zeltlager mit trojanischem Pferd

–    Ein Sommercamp mit Säge und Schraubendreher

–    Streitwagenbauen und –fahren

Die Heliaden

–    Herstellung eines Kreises aus 12 Spiegeln  im Skulpturenpark – nach Sonne ausrichtbar mit Tongeneratoren über 3 Oktaven

–    Helios, Phaeton und Volkswagen

Morus Nigra

–    Pflanzung eines Hains aus  Maulbeerbäumen – morus nigra

–    Pyramus und Thisbe (Ovid)

–    Maulbeerkuchenrezepte usw.

Kairos

–    Konjunktion, Trigon, Quadrat und Opposition –

–    Gustav Holst – die Planeten

–    Zeitbeobachtung mit Hilfe der alten Götter

–    Melanchthons  Hobby

Milch und Honigseim

–    Ziegen aus Hellas (Milch und Käse )

–    der Streichelzoo für Exoten

–    Bienenkorb und Wabenschmaus (Imkerei)

–    griechische Kochrezepte

Neugriechisch lernen VHS

–    Paideuo, paideueis etc.

–    Abschluß VHS für die Reise nach Hellas

Reise nach Hellas

–    Bacchanal und Thyrsosstab

–    die Reise nach Griechenland

Gerne können Sie Ihre eigenen Ideen für unser Projekt beisteuern! Wir suchen Menschen, die das Gute und Schöne suchen, finden und mitteilen möchten.

Evang.Kirchspiel Zahna

projekt HELLAS

Kirchplatz 3

06895 Zahna

Tel.:               034924/20478

Fax:               034924/22566

Mail:            ekspzahna@gmx.de

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