Abraham geht fort und die Fischer fangen es anders an

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Wir denken an die, die nie haben fortgehen dürfen, und deren Welt deshalb sehr eng geworden ist: Dass sich die Enge öffne zum freien Raum.

Wir denken an die, die immer auf der Flucht gewesen sind. Dass sie dort ankommen, wo sich endlich ein gutes Bleiben schenkt und erquickende Ruhe einkehrt.

Wir denken an die, die einen neuen Weg ersinnen möchten und daran planen. Dass sich alles gut zusammenfügt: Beginn und Ziel und Mitte und Sinn.

Wir denken an die, welche umkehren möchten zu dem, was sie einmal verlassen mussten. Dass sich Möglichkeiten finden, ohne Scham sich dort wieder einzufinden, wo man schon einmal gewesen war.

Wir denken an die, die nur noch im Kreis gehen und darunter leiden. Dass sie den Ausweg finden, die Ausfahrt aus dem ewig Gleichen.

Wir denken an die, die im Käfig sitzen. Dass eine® kommt und die Tür öffnet. Dass Schlösser und Riegel abfallen – und das Gatter sich hebt.

Wir denken an sie alle und schließen uns mit ein. Denn auch wir erfahren uns oft als:

… Gefangene unserer Herkunft,
als auf der Flucht vor Irgendwas,
als Planer von Ausflüchten,
zur Umkehr fast schon bereit,
als Leute, die um sich selbst kreisen,
als Käfiginsassen

Und sind doch auch irgendwie gewillt fortzugehen
aus des Vaters altem Haus
und der niedrigen Hütte der Mütter.

Schenke uns immer wieder Stationen des Atemholens,
der Einkehr,
der Sicherheit
und eine gute Rückkehr,
wenn es soweit ist.

(Fürbittgebet am 08.07.2012 in Leetza)

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