Gottesdienst mit Außerirdischen

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… sie sind da, die Außerirdischen. Auf jeden Fall. Bei der Größe des Weltalls muss es einfach noch woanders solche Leute wie uns geben. Oder besser – noch ganz andere. Es wäre reizvoll, mit denen Kontakt aufzunehmen und einen Gottesdienst zu feiern, eine Messe oder so etwas in der Art. Ökumene total sozusagen …
Wenn es keine Außerirdischen gäbe, können wir so tun, als ob wir selber welche sind. Nicht von dieser Welt, aber doch in der Welt. Eine wichtige Übung für das junge Jahrtausend. Denn irgendwann demnächst werden sie auftauchen: Die ganz anderen Probleme mit ihren dazugehörigen Lebewesen. Kann sein, dass es uns alle betrifft.

Auf jeden Fall haben Gottesdienste auch immer etwas Überirdisches. Auch Unterirdisches pocht von Zeit zu Zeit spürbar an die Fußböden und will sich zeigen. Manchen gar kommen wir selber vor wie Aliens aus längst vergangenen Zeiten.

Wir sind zeitlos. Schneller als Higgs-Bosonen und feiern mit allen Kräften unter dem Himmelszelt, den Mächten und Gewalten schöne Gebete und verzaubernde Gesänge.

Wer Lust hat mitzumachen: Bitteschön, Kommentare und Ideen sind ausdrücklich erwünscht! Wir sind im Augenblick dabei, eine geeignete Liturgie auszuarbeiten, welche auch von solchen Wesen verstanden und nachvollzogen werden kann, die nicht unbedingt Insider sind. Außerirdische eben …

Nun ein paar Beobachtungen samt Überlegungen zum Wort AUSSERIRDISCH

Irdisch – Außerirdisch – äußerst Irdisch
Positiv – Komparativ – Superlativ

also wäre die Steigerungsform von AUSSERIRDISCH der Superlativ von Irdisch. Das ist doch sehr seltsam. Die Außerirdischen haben sich doch nicht etwa in die Grammatik eingeschlichen?

extraterrestrisch heißt es … gibt es auch ein extracoelisch? ein extra ecclesia gibt es ja, wie wir gelernt haben

extrainfernalisch als außerhöllisch …

Also ist die kleine Präposition AUSSER ein sehr interessantes Werkzeug für das sogenannte Denken. Als Adverb deutet der kleine Schelm immer auf das wunder hin, welches sich inmitten der Ordnung doch vollzieht.

Gottesdienst mit Außerirdischen

Was wäre, wenn wir von Außerirdischen die Einladung bekämen, mit ihnen einen Gottesdienst zu feiern?
Die Antwort ist ganz einfach, da machen wir mit. Feiern wir doch schon lange ökumenisch und interreligiös, warum nicht auch planetar übergreifend? Ist nicht für die Orthodoxen der irdische Gottesdienst sowieso „nur“ ein Echo des himmlischen? Berühren sich nicht Himmel und Erde, wenn wir zusammen mit den Thronen, Mächten und Gewalten unter dem Himmelszelt, mit den Engeln und Erzengeln das Sanctus anstimmen? Das sind doch simple theologische Grundeinsichten!

Nun aber zu den wirklich Außerirdischen! Das sind wir in gewisser Weise und in erster Linie schon einmal selber. Unser Meister sagt doch, sein Reich sei nicht (nur) von dieser Welt. Und weil das so ist, konnte er für die Welt und in der Welt auf eine Art handeln, dass daraus eine Kirche entstanden ist. Ja, – wir haben schon etwas Überirdisches an uns, etwas unirdisches, bzw. etwas Nichtnurirdisches. Zugleich sind wir natürlich auch immer irdisch und sollten es auch bleiben. Trotzdem, den homo religiosus zeichnet sein Sinn und Geschmack für das Unendliche aus, das Außerendliche. Der Erde sollen wir treu bleiben. Aber trotzdem sind wir auch irgendwie außerirdisch. Manchmal sind wir freilich alles andere, nur nicht irdisch. Nur unterirdisch wollten wir eigentlich noch nie, bzw noch nicht so bald sein … Auch Mittelerde ist als fiktiver Platz etwas Außerirdisches.
Zurück zu den Außerirdischen. „Gibt es die überhaupt“ lautet so etwas wie die säkular gewendete Gottesfrage? Und wenn ja, wo? Die Relevanz dieser Frage wird sicher unterschiedlich wahrgenommen. Wenn es nun aber andere Existenzen tatsächlich gibt, dann werden auch diese fernen Brüder und Schwestern jene eindringliche Frage nach dem summum bonum kennen. Das dann wiederum interessiert uns.

Wie erkennen die Außerirdischen den Herrn? Haben sie etwas Ähnliches wie das Heilsereignis in Christus? Kennen sie brennende Dornbüsche oder haben sie dafür wabernde Magnetfelder? Spricht der Höchste zu ihnen in Schriftzeichen und besitzen sie einen Dekalog? Schufen sie sich ebenfalls die Erlöserfigur mit Vorläufern jnd Nachfolgern. Wie definieren sie das, was wir Geist nennen. Stimmen sie Psalmen an … und, und, und.
Viele Fragen wären in dieser Hinsicht mit unseren Geschwistern von anderen Sternen zu klären. Dass solche Gespräche nicht an den Haaren herbeigezogen werden müssen, beweist die große Anzahl von Science Fiction-Filmen und Büchern.

Es ist schön zu wissen, dass unsere kosmischen Verwandten uns mitmachen heißen bei dem großen Gotteslob der interstellaren Kreaturen. Wir sind eingeladen und müssten nur noch eine gemeinsame Sprache finden, bzw. eine gemeinsame Aktionsform. Wer wollte sich also ihrem ernstgemeinten Ansinnen versagen, einen Gottesdienst zusammen mit uns Erdlingen zu zelebrieren?
Es käme darauf an, eine heilige und staunende Freude an der Möglichkeit zu finden, dass da eventuell welche sind, die uns nicht vernichten wollen, sondern unsere Stimme kennenlernen möchten, wo dieselbe eben gerade das artikuliert, was über das nur Irdische hinausgeht – und zu erheben fähig ist.

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