vom Ball

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Als wir am anderen Tag nahe der Kaserne von Caesarea Philippi vorüberzogen, beobachteten wir die römischen Soldaten. Sie ertüchtigten ihre Körper, indem sie versuchten, eine hölzerne Kugel mit den Füßen zu bewegen. Zu diesem Zwecke hatten sie zwei Gruppen von je elf Leuten gebildet. Beide Gruppen mühten sich nun, die Kugel hinter eine Linie zu bringen, was die jeweils gegnerische Mannschaft zu verhindern versuchte. Jenseits der beiden Linien war je ein Posten aufgestellt, welcher die Kugel abzuwehren hatte.

Gelang es nun der Gegenpartei, die Kugel doch über die Linie zu bringen, gab es ein großes Gerufe und Geschrei, – bei den einen aus Wut und Zorn über die erlittene Niederlage, bei den anderen aus Freude und Begeisterung über den Sieg.

Der Meister hieß uns rasten, und wir lagerten eine gewisse Zeit lang am Zaun der Kaserne. Als einer der Legionäre die Holzkugel mit einem gewaltigen Fußtritt über den Zaun hinausschleuderte, fing der Meister die Kugel geschickt auf und verbarg sie im Hohen Gras. Und als die Soldaten daraufhin nach ergebnislosem Suchen mit einer anderen Kugel das Spiel fortzusetzen begannen, beendeten wir unsere Rast und machten uns wieder auf den Weg. Der Meister ließ Andreas die Kugel tragen, denn er war der stärkste unserer Schar.

Am Abend hatten wir viel Freude mit der Kugel. Wir nannten sie ab sofort “Ball”, denn wir warfen sie uns mit den Händen zu und stießen sie nicht mehr mit den Füßen, denn sie war uns sehr kostbar. Nach seiner Auferstehung ist die Kugel irgendwann fortgekommen. Und siehe, ihr Ort ist so unbekannt wie der der Bundeslade.

ANDERE HANDSCHRIFTEN BERICHTEN EINE ÄHNLICHE GESCHICHTE, DIE HIER EBENFALLS WIEDERGEGEBEN WERDEN SOLL:

Es war zur Zeit der Heuernte. Der Meister wollte noch einmal nach Lazarus sehen und gab uns einen Tag frei. Wir schlenderten durch die Stadt und setzten uns am Zaun der römischen Garnison nieder. Die Legionäre ertüchtigten ihre Körper, indem sie versuchten, eine hölzerne Kugel mit den Füßen zu bewegen. Zu diesem Zwecke hatten sie zwei Gruppen von je elf Leuten gebildet. Es waren auch einige jener Barbaren darunter, die in Caesarea Philippi als Söldner Dienst tun. Beide Gruppen mühten sich nun, die Kugel hinter eine Linie zu stoßen, was die jeweils andere Mannschaft verhindern musste. Jenseits der beiden Linien war je ein Posten aufgestellt, welcher die Kugel abzuwehren hatte. Gelang es der Gegenpartei, die Kugel doch über die Linie zu bringen, gab es ein großes Gerufe und Geschrei, bei den einen aus Trauer und Zorn über die erlittene Niederlage, bei den anderen aus Freude und Begeisterung über den Sieg. Als nun einige der Männer durch einen Centurio zu anderen Diensten abberufen wurden, stockte das Spiel. Da wurden sie plötzlich unserer ansichtig, riefen uns herbei, öffneten das Tor und baten uns, die fehlenden Spieler zu ersetzen, bis dieselben wieder zurückgekehrt wären. Wir ließen uns auf das Spiel ein, hatten die Regeln bald begriffen und viel Freude daran. Freilich waren wir bald geschlagen. Als wir erschöpft am Rand des Spielfeldes saßen, fragten uns einige der Barbaren, welchem Glauben wir angehörten. Johannes, der der Klügste unter uns war, erzählte ihnen das Wort vom HERRN, wie wir es alle zusammen nicht besser vermocht hätten. Einer aus ihrer Menge dankte ihm für den Bericht und sagte, es käme tatsächlich darauf an, dass man nicht nur Rechenschaft über das abzulegen wisse, was in der Vergangenheit einmal gewesen ist, sondern auch über das, was man für die Zukunft noch erhoffe. Als Dank für unseren Dienst erhielten wir eine ihrer Holzkugeln zum Lohn.
Am Abend erzählten wir dem Meister von unseren Erlebnissen. Er nahm die Kugel in Augenschein und schenkte dem Satz des Fremdenlegionärs großen Beifall, man müsse Rechenschaft ablegen können besonders über die Hoffnung, die in einem ist. Und er fügte hinzu, es möchte einmal eine Zeit kommen, in denen Bomben in Bälle verwandelt würden. Da fragten wir ihn, was Bomben wären und was Bälle seien. Denn wir kannten solches gar nicht. Er aber erklärte uns den Zusammenhang. Danach spielten wir noch mit der Holzkugel der Barbaren und hatten wieder viel Spaß miteinander. Am anderen Tag mussten wir weiter ziehen. Da die Holzkugel von großem Gewicht war, konnten wir sie nicht weiter auf unserer Reise mit uns führen. Als wir auf dem Weg recht bald eine Horde Kinder trafen, die sich balgten, rauften und einander schlugen, schenkten wir ihnen die Kugel und erklärten ihnen die Regeln. Alsbald begann sich ihr Streit in ein stolzes Spiel zu verwandeln. Wir aber zogen bereits neuen Abenteuern entgegen …

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