Man Hu – Was ist das?

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Pinsel und Farben

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Das Atelier als Heiliger Ort, die Kirche als Malzimmer
ManHu – HuMan – Uhnam

Was ist das? Mit dieser Frage beginnt das Staunen, beginnt die Philosophie, – wer nicht fragt … Was wird aus solchen Menschen?

Fragen ist nicht Klagen. Fragen ist Sagen – sich in die Welt hinaushalten, nur gehalten von der Frage, dem ultimativen Nagel im Nichts. „Man Hu“ klingt das auf hebräisch, „was ist das“ auf Deutsch. „Ti estin tuto“ auf griechisch und „quid est hoc“ auf Latein.

Die Geschichte vom „Manna“ (eine spezielle Art “ Brot“) im 2. Buch Mose sorgt dafür, dass diese Frage wachgehalten wird, zumal sie dort mit dem realen Hunger verknüpft ist. Die Leute brauchen etwas zu essen! Und sie essen das, wonach sie gefragt haben, – weil Mose ihnen sagte, das sei etwas zum Essen! Wir werden nämlich nicht von Antworten satt. Freilich, – ein Kind wird gestillt. Aber ein erwachsener Mensch ist unstillbar. Er fragt, und dann fragt er noch weiter. Immer weiter. Man hu? Der Mensch selber ist eine unstillbare Frage. Der Mensch ist derjenige, der sich in der Frage selber stellt.

Kirchen sind solche Frageräume, offene Frageräume. Im August malt die Kunststudentin Diana Wehmeier Bilder zum Thema Man Hu. Was ist das? Wo ist das, Wann ist das, Wer ist das, Wie ist das, Warum ist das, Weshalb ist das? Die Bilder, die dort zu sehen sind, sind aufgeworfene Fragen. Und als solche machen sie wirklich satt. Kirchen sind auch Antwortsräume, aber nur deshalb, weil man in richtig gestellten Fragen tatsächlich wohnen kann. Und unsere Seele wird in ihnen gesättigt. Es kommt darauf an, wie wir unsere Fragen stellen. Verunsichert, verängstigt, aggressiv oder kreativ, mutig, weiterführend und interessiert, nachdenklich und sinnend.

Die große Frage nach der großen Tradition, welche über 2000 Jahre das Bild eines Menschen entwarf, den sie Christus nannten – oder Jesus, Meister, Retter, Heiland und Lehrer. Die Fragen nach ihm gehen nach dem Hintergrund, vor dem er wirkte. Nach seinen Lieblingsplätzen, zu denen er sich zurückzog. Man hu, was ist das, was er gibt, was er nicht gibt, was er gern gibt, als als wen er sich selbst gibt. Übrigens, – hat es ihn gegeben? Und wenn nicht, müsste man ihn dann nicht erfinden. Oder so tun, als ob es ihn gibt? Notfalls selber versuchen, ER zu sein?

Man hu …

Hier der relevante Text aus 2. Mose/Exodus 16:15

וַיִּרְא֣וּ בְנֵֽי־יִשְׂרָאֵ֗ל וַיֹּ֨אמְר֜וּ אִ֤ישׁ אֶל־אָחִיו֙ מָ֣ן ה֔וּא כִּ֛י לֹ֥א יָדְע֖וּ מַה־ה֑וּא וַיֹּ֤אמֶר מֹשֶׁה֙ אֲלֵהֶ֔ם ה֣וּא הַלֶּ֔חֶם אֲשֶׁ֨ר נָתַ֧ן יְהוָ֛ה לָכֶ֖ם לְאָכְלָֽה׃

ἰδόντες δὲ αὐτὸ οἱ υἱοὶ Ισραηλ εἶπαν ἕτερος τῷ ἑτέρῳ Τί ἐστιν τοῦτο; οὐ γὰρ ᾔδεισαν, τί ἦν. εἶπεν δὲ Μωυσῆς πρὸς αὐτούς Οὗτος ὁ ἄρτος, ὃν ἔδωκεν κύριος ὑμῖν φαγεῖν·

Quod cum vidissent filii Israël, dixerunt ad invicem: Manhu? quod significat: Quid est hoc? ignorabant enim quid esset. Quibus ait Moyses: Iste est panis quem Dominus dedit vobis ad vescendum.

Das sahen die Söhne Israel, und sie sagten einer zum andern: Man Hu? (Was ist das?) Denn sie wussten nicht, was es war. Mose aber sagte zu ihnen: Dies ist das Brot, das euch der HERR zur Nahrung gegeben hat.

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