… vom endgültigen Erwachsenwerden

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EWIGKEIT – LANGE ZEIT …
Wir leben noch! Andere sind schon im Himmel. Memento mori – gedenke zu sterben! Aber vergiss nicht zu leben, die Zeit ist kurz!
Einmal, am jüngsten Tage, werden alle Geschöpfe aufstehen und den Schöpfer verklagen. Sie werden mit Fingern auf ihn zeigen und rufen: „Warum hast Du uns dieser Qual ausgesetzt? Wozu das ganze Stöhnen und sich Abmühen! Was hast du uns angetan“
Sehr ernst und gnadenlos werden ALLE ihn anschauen – und er wird IHREN Blicken nicht ausweichen können. Da wird er sein Haupt senken bis zum Erdboden, aus dem er SIE, seine Ebenbilder, einst geschaffen hatte. Und wird er nicht alle seine Geschöpfe um Vergebung bitten müssen?
Aber werden SIE ihm verzeihen! Die Quastenflosser, Mammute, Archaeopteriden, die Neandertaler, die Eintagsfliegen und auch Du? Wirst Du ihm verzeihen – dass du das Leben tragen und ertragen musstest? Wirst Du ihm verzeihen, dass Du nicht ewig warst, sondern nur sterblich?
Nun, – er wird gute Ausflüchte ersonnen haben. Seit 14 Milliarden Jahren ersinnt er Ausflüchte für den großen Tag, an den alle kommen – und an dem alles herauskommt. Da wird er vielleicht also sagen: „Und – war es nicht schön zu sehen, wie die Sonne im Meer versinkt? War es nicht schön, wie die Blätter sich färbten im Herbst. War es nicht schön, wie du die Kostbarkeit der Zeit empfandest, weil sie unerbittlich verging? Und von der Liebe lerntest, dass sie ein Geschenk ist, das da kam und unterging – und zurück kam?
Er wird auf keine unserer Fragen Antworten haben, sondern nur noch bessere Fragen. Dabei wird er unserer Tränen abwischen und dabei selber herzlich weinen müssen! Danach wird er sagen: „Und nun geht spielen!“ So ist er. Er ist nicht wie WIR. Er ist ER.
Was aber werden wir dann beginnen? Welches Spiel werden wir im Himmel spielen. – Sicher werden wir genauso weitermachen wie bisher: Hungernde speisen. Durstige tränken. Gefangene suchen. Nackte bekleiden. Fremde ins Haus aufnehmen. Sterbende trösten. Und wir werden versuchen, Gott zu verstehen – und werden IHM helfen, selber Trost zu finden in der langen Ewigkeit.
Wir könnten Gott erzählen, wie schön es auf der begrenzten Erde gewesen ist. Wir könnten IHM erzählen, daß wir versucht haben, das Leben zu verlängern. Die Mikroben zu bekämpfen, die Kindersterblichkeit zu senken. Die Armut zu verringern und die Schmerzen zu lindern. Sagen wir IHM, daß der Schein des Mondes uns gut gefallen hat. Und wie wir schöne Lieder hatten, die uns sogar über den bitteren Tod zu trösten vermochten. Dass uns Utopia wichtig war!
Wir werden ihm zeigen, daß wir Utopia immer gesucht und auch versucht haben, dieses Land „da unten schon“ zu errichten. Da wird er dann sagen: „Genauso war es gedacht!“

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