Jesus Christus – gestern, heute und derselbe auch in Ewigkeit (Hebr.13,8 – Silvesterpredigt

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Maic hat kein Geld. Seine Mutter Mendy auch nicht. Sie hatte ihn allein aufgezogen. Zusammen mit den Tanten aus der Einrichtung. Maics Vater war gleich nach der Geburt aus dem Block ausgezogen und fort für immer. Da saßen sie nun, Mendy als Mutter und Maic als Kind.
Die Mutter redete nicht viel. Rauchte, saß rum, kassierte Sozialhilfe und guckte Katalog. Maic verstand immer Kater Log. Aber sie hatten gar keine Katze. Nur Mendy hatte oft Kater. Sagte sie früh dann. Maic dachte, irgendwo muss er doch sein, der Kater von Mama. Aber wo … Der kleine Maic suchte und fand nicht.
Maic hasste Fernsehen. Er stellte es immer aus, aber Mutter Mendy wieder an. So ging das den ganzen Tag und Abends bis spät in die Nacht. „Oh oh oh ja – mach die Kiste an“ sagt Mendy, “ werd sonst verrückt.“ Da erzählt Maic ihr Geschichten. Fängt an, Geschichten zu erfinden und erzählt sie, damit die Kiste ausbleibt. Und er wird der Geschichten-Maic. So heißt er im Dorf.
Mendy ist dann irgendwann ins Frauenhaus, die Kerle eben, – ihr wisst schon. Aber Maic ist fein raus. Er erfindet Geschichten jetzt nur für sich. In den Geschichten wird immer einer gerettet, oder meistens eine. Arme Frauen. Mal ohne Kinder oder mal mit vielen. Alleinstehende Weiber, oder welche mit Kerlen.
Dann stirbt Mendy. Das ist der Weg – sagen die Leute, und Maik schmeißt alles weg, was sie hatte. Die Kataloge. Nur das Kreuz mit dem Herrn Jesus hebt er auf. Es stammt von Oma, was die Mutter von Mendy war.
Doch wer ist Jesus? Da lernt er von einem Kumpel, dass der Jesus immer so Geschichten erzählt hat. Da denkt Maic er ist selber der Jesus. „Bin ick denn Jesus?“ sagen sie immer. „Ja, denkt Maic, „Ick mach den Jesus, wenn ihr ihn nicht macht.“ Und dann ist da noch der Kater aus den Katerlogen. Und mit dem ist der Maik seit Kindertagen im Gespräch. Die vielen Geschichten, die er der Mendy erzählt hat, die jetzt im Himmel ist, weiß er alle noch wie am ersten Tag. Und er hat ein Buch draus gemacht. Das Katzenevengelium von Maic. Mal erzählt der Jesus dem Kater eine Geschichte, mal der Kater dem Jesus. Das Buch war sofort ein Riesenerfolg. Alle alleinstehenden und traurigen Frauen kauften es. Und empfahlen es weiter an die Familienmütter und glücklichen Superweiber. Alle lasen Maics Buch. Es heißt „Die Katzen des Herrn“. Gespräche zwischen Jesus und dem Kater Log. Heute hört ihr auch eine Geschichte davon.

Jesus Christus, gestern, heute und derselbe auch in Ewigkeit (Hebräer 13,8)
Herr Jesus hatte seinen zweitausendeinhundervierzehnten Geburtstag gefeiert. Der Heimatverein war da gewesen und alle hatten herzlich gratuliert.“Komm doch auch mal zu uns!“ luden sie ihn ein, „wir feiern Silvester!“ Der Herr ließ sich nicht lumpen und sagte: „Ich komme.“ Vorher musste er aber noch ein Päckchen packen im Wert von 5 Euro. Klar.
Dann war es soweit. Der Heimatvereinsvorsitzende wünschte den Erschienenen ein paar fröhliche und besinnliche Stunden. Alle griffen zu. Es gab Häppchen und Sekt von Rotkäppchen. Der Herr Jesus unterhielt sich mit einer alleinstehenden Dame aus Coswig und sie kamen gut ins Gespräch über den Sinn des Lebens, Katzen und die Zeit. „Was ist eigentlich Zeit?“ fragte Monika, denn so hieß sie. „Ich glaube“ meinte Jesus leichthin, „sie ist die größte Illusion!“ Dann wurden alle Päckchen geöffnet. In dem von Jesus war eine Matrjoschka drin. Sieben Püppchen, – immer kleiner. Bei Monika eine bunte Silvesterrakete. (Und keiner wusste, von wem was war!) Der Jesus baute die Matrjoschka auseinander und wieder zusammen. „Das war schon immer das Beste an Russland“ meinte er. „Es erinnert mich an meine Mutter.“ Monika aber traute sich nicht so recht an die Rakete. Da machte der Herr ihr Mut. Sie gingen aus der Heimatvereinsstube unter den Sternenhimmel. Alles war ruhig und geheimnisvoll. Die Rakete stieg auf und zerplatzte in tausend Farben unter dem Himmelszelt. Sterne regneten herab. Monika sagte „Ah …“ und meinte es ganz ernst. Der Herr sagte: „Mögen es solche kleinen Raketen geblieben sein, wenn wir uns in einem Jahr hier wieder treffen!“

… ach ja, noch was! Maic hat in Gedanken einen Alien erschaffen. Dieser Alien kommentiert die Katzen-Events. Aus den Geschichten mit den Kommentaren entsteht das Katzen-Event-Gelium. Der Alien sagt: Liebe Freunde, ist es nicht wunderbar, wie der Zufall es fügt, und der Herr dieser alleinstehenden Dame erscheint, ihr hilfreich nahe ist, draußen unter dem bestirnten Himmel. Wie er der Frau sagt, sie müsse Mut schöpfen, immer wieder neuen Mut, und nicht ablassen soll zu hoffen, dass doch alles gut wird und sich ihre Gebete und Wünsche zu dem allmächtigen Gotte erheben einer kleinen Rakete gleich? Und wie eine finstere Heimatstube, ein lächerliches Traditionskabinett also, genau jene Menschen, die sich wirklich brauchen, zusammenführt und miteinander ins Gespräch und nahe kommen lässt … Auch, dass am Grunde der russischen Chaos-Welt etwas ist, was ihn, den Gottessohn, an seine Mutter Maria erinnert, welche den Knaben unter dem Herzen getragen habe, wie ein kleines Püppchen, das nicht verloren gehen darf! Und deshalb immer gilt: „Noch ist Russland nicht verloren“, obwohl es vielleicht wirklich verloren hat. Und wie der Jesus so ganz nebenbei für die gute, liebe, alte Erde betet und sagt, es sollen kleine Knallkörper bleiben und nicht große Raketen werden. Das sei narrative Theologie, sagt der Alien! Narrare necesse est!

Der Alien hat nach dem atomaren Supergau von der Erde ein Buch gerettet. Ein einziges. Das nimmt er mit. Auf seinen Heimatstern. Es ist natürlich Maics Buch – das ist das Einzige, was den Gau übersteht. Der Alien macht sich Gedanken über die Geschichten in dem Buch und lernt so den Jesus kennen. Alles andere war ja verpufft – im Plasmasturm. Zu Hause angekommen zeigt er den anderen Extraterrestrianern das Buch. Und wisst ihr was? Die Aliens denken nun, dass alles das, was in dem Buch steht, wahr auch wahr sei. Ist es ja auch, denn der Alien hat es ja selber geschrieben. Und was geschrieben ist, das ist geschrieben. Ist das nicht toll? So haben auch sie endlich von dem Jesus gehört. Und Friede auf ihrem Planeten gehalten. Denn darauf kommt es an.
Amen, Amen, Amen …

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