Johannes und Jesus (Markus 1,9-16)

Die an dem achten Tage Plage waren,
genießt er. Und den Honig schenkt der Bien.
Im Fell von abgetanen Dromedaren

geht her ein Riesenkerl, und allen schien,
dass er ein Priester wär. Der taucht die Leute
bis tief zum Grunde, ruft: „Erkennt den Sinn!“

Und Buße predigt er der argen Meute:
„Das Gottesreich ist nah und wird bald kommen!“
Nun naht sich Jesus ihm, groß ist die Freude:

Johannes soll ihn taufen. Ihn, den Frommen
drückt kräftig er in klarer Wasser Flut. 
Und als er Luft zu schöpfen neu begonnen,

beglückt der Himmel ihn mit seltnem Gut:
Es öffnet sich ein Spalt – herab geflogen
sieht man im feinen Licht blaugoldner Glut

der Tauben Schwarm in weitem Kreis und Bogen.
Horch! Welche Stimme tönt mit heilgem Schall:
„Du bist mein Sohn, ich bleibe dir gewogen.

Ich freue mich an dir! Wer in den Schwall
der Jordanfluten taucht, wird zu Christall!“

Gleich drängt der Geist ihn hin zu ernster Probe.
Des Satans Prüfung in der Wüste naht.
Doch weil er weiß, dass Gott allein man lobe,

den Stein zu Brot er nicht verwandelt hat.
Auch warf er sich nicht von des Tempels Zinne,
noch betete er an die finstre Macht.

Erfuhr bei wilden Tieren andre Minne:
Gott schickte seinen Engel, dass er dien.
Wie er das Herz der Menschen neu gewinne,

landauf, landab sieht man ihn lernend zieh´n.
Herodes wirft Johannes in den Kerker.
Doch seine dessen Botschaft? Jesus erbt von ihm.

„Die Zeit ist reif. Die Welt wird immer ärger.
Kehrt um. Des Gottes Reich rückt nah heran.
Ich sage euch die frohe Botschaft. Stärker

wird sie euch machen. Glaubet nur daran.“
Am See die armen Netzeflicker saßen.
Sie hören ihn und sind sehr angetan.

Und um die frohe Botschaft recht zu fassen,
muss mancher Weib, Kind und das Haus verlassen …