von dem Gesetz und der Gnade (Galater 3,19-29)

Solang du lebst, solange willst du kämpfen?
Es ist die Sünde, gegen die man ficht!
Und deren Macht kann keine Waffe dämpfen;

denn Kraft gab ihr, der einst erschuf das Licht.
Doch freilich wirkt sie nur begrenzt im Rahmen,
den Gott, der HERR, ihr weise zugericht´.

Er prägte ein der Welt ewige Rechte.
Darinnen lebt nun jedes Menschenkind.
Der gute Mann genauso wie der schlechte,

so lauten die Bedingungen. Es sind
aus Stein die beiden Tafeln für die Meute,
und früh beizeiten lernt sie jedes Kind.

Doch schließlich auch erkennen alle Leute,
dass stärker noch der Sünden Messer sind.
Du hast wohl gestern nicht, wirst auch nicht heute,

noch morgen früh so leichte steh´n im Wind.
Die Riesenmacht der Sünde zu besiegen,
ein andrer eilt zur Hilfe dir geschwind.

Die Sünde wird dich immer wieder kriegen,
dass du es merkst, soll das Gesetz dich biegen.

Denk nie, du kannst der Sünde schlau entfliehen,
wenn du des Gottes Weisung treu erfüllst.
Noch mehr in ihre Arme wird´s dich ziehen,

wenn du in gute Werke dich einhüllst.
Hieraus kann nur die Gnade echt befreien,
wenn du im Glauben sie empfangen willst:

Dass Glauben möglich ist, wird dich schon feien!
Damit du glauben willst, kam das Gesetz –
Mit Bitten kann der Mensch sich Glauben leihen.

Der Sklave, der dich zur Erkenntnis hetzt,
ist das Gesetz. Dass wir in Christus seien,
verwandelte die Taufe uns zuletzt.

Wer Christus glaubt, den wird dies Wort befreien:
Denn Freien lehnt der Stock nur an der Wand.
Ob wir von Juden oder Griechen seien,

wir zogen an das leuchtende Gewand.
Zuchtmeister warn uns lange die Gesetze,
nun lockerte sich aber dieses Band.

Die Gnade weist die Strenge auf die Plätze.
O, Freund, dass dich die Taufe bald benetze!