von einem Garten zu Gethsemane (Matthäus 25)

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Er nimmt den alten Becher in die Hände,
die letzten Tropfen wischt er noch vom Rand.
Und weiß, was morgen kommt – die bittre Wende.

Beim Garten wirft er sich in kühlen Sand.
Doch folgten ihm nicht alle, denn sie scheuten
den Gang hinaus in das, was unbekannt.

Drei Müde fragen: „Was will das bedeuten.“
Und schlafen schließlich ein im trocknen Gras.
Nur er bleibt wach und hört die Sterne läuten,

aus naher Ferne – rein und fein wie Glas.
Sein Engel naht mit starkem Trank zu trösten.
Und gießt und gießt, bis überläuft das Maß.

Christ betete wie einer von den Größten:
„Wenn möglich das, so lenke es vorbei.
Und lass mich sein nur einer der Erlösten,

mein Weg bleib ohne Leiden und Geschrei.
Doch nicht der eigne Wille soll geschehen,
ich bette mich in deine Litanei.“

Wir sehen ihn, um den die Sterne gehen,
im Garten knien vor Weltgeburtenwehen.

Schon dreimal schaute er nach den Gefährten.
Die Augen schlossen sie aus Trauer fest.
Er rät Gebete an, die sich bewährten …

und spürt den Schmerz und auch den ganzen Rest.
Dann weckt er sie aus schlimmen tiefen Träumen
und scheucht sie aus des Schlummers blindem Nest.

Denn schon naht es heran. Und ohne Säumen
umhalst ihn Judas mit dem falschen Kuss.
Kriegsknechte bargen sich dort bei den Bäumen,

sie eilen zu ihm hin. Und ganz am Schluss
schlägt Petrus noch mit scharfem Schwert dazwischen –
des Kaiphas´ Knecht ein Ohr ab, weil das muss!

Der Meister aber wird das Blut abwischen,
und setzt zurück die Muschel an das Haupt.
Dann spricht er sanft zu dem Aufrührerischen:

„Durchs Schwert stirbt oft, wer sehr dem Schwerte glaubt!
Im Tempel lehrte ich, wer hat´s begriffen?
Wie wird man hören, wenn das Ohr geraubt!“

Der Zug ruckt an. Und unter rohen Pfiffen
stößt man zur Stadt ihn hin mit harten Püffen.