die beiden Söhne (Lukas 15)

In fernem Lande lebte einst ein Vater.
Zwei Söhne mit ihm auf dem großen Hof.
Doch eines Tages gab es ein Theater:

Dem Jüngeren war alles das zu doof.
Er fordert laut, das Erbe auszuzahlen.
Man tut es und der Sohn reist ab zum Schwoof.

Er brachte alles durch im Maximalen –
verprasst mit Huren seines Vaters Gut.
Die Pleite kommt, mit ihr des Hungers Qualen.

Zum armen Knechte ward der Tunichtgut.
Man schickte ihn auf Felder Säue hüten.
Das blieb ihm nun von seinem Übermut.

Um ihm die Dienste reichlich zu vergüten,
gab man ihm nur den Rest vom Schweinefraß
die faulen Trebern und die leeren Schüten.

Und wie er nun in seinem Unglück saß,
sprach er zu sich: „Die vielen Tagelöhner
zu Hause werden satt, ich fresse Gras?

Ich will zurück, beim Vater ist es schöner.
Er kennt mich ja und wird mir sein Versöhner.“

Von Ferne sah ihn schon der Vater kommen.
Und lief entgegen ihm, mit einem Kuss
empfing er seinen Sohn wie einen Frommen.

Nun beichtet ihm der arme Filius:
„Ich stehe hier vor dir mit großen Sünden.
Ich brachte alles durch im Spiritus …

Du wirst nicht leicht noch größre Sünder finden,
dem Himmel gegenüber und vor dir.
Mach mich zu einem deiner Hofgesinden.“

Doch er ließ schlachten gleich das beste Tier.
„Mein Sohn zurück. Ich will das Beste geben!“
So aß man Braten, trank das kühle Bier.

Der Ältere, vom Felde kam er eben,
ward zornig und verweigert sich dem Fest
Der Vater bat ihn drum – bei seinem Leben.

Das gab dem Bruder aber nur den Rest.
„Nicht einen Bock hast du mir wollen schenken –
das Mastkalb aber opferst du der Pest?“

Der Vater bittet weiter einzulenken:
Denn Liebe kennt nicht rechnendes Bedenken.

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