Kategorie: Tagebuch

Gottesdienste demnächst

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REMINISCERE 25. FEBRUAR 2018
Feldheim 8.30 Uhr (Ute Schollmeyer)
Seehausen 10.00 Uhr (Ute Schollmeyer)
Zahna 10.00 Uhr (Matthias Schollmeyer)

HERZLICH WILLKOMMEN

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Jesu Rede an die bösen Weingärtner (Mk 12,1-12)

Womit lässt sich die Kirche noch vergleichen?
Begreift sie mir als Gottes Ackerfeld!
In Ewigkeit wird er nicht von ihr weichen,

weil jedem Bräutigam die Braut gefällt.
Ein Weinberg ist sie ihm, drin Traubenstöcke
gedeihen können in der wüsten Welt.

Der Herr liebt sie bis unter beide Röcke
und hat sich seiner Schönen anvertraut.
Ihr aber weidet dort wie wilde Böcke,

beschädigt ihm sein Lieb, dass einem graut.
Der Herr der Trauben fordert von euch Pachten –
nun bangt ihr wohl zurecht um eure Haut.

Des Bundes Regeln wollt ihr nicht beachten,
und trotzet dem, der Boten zu euch schickt?
Im Kerker lasst ihr seine Diener schmachten,

und spotten seiner, dem das All geglückt?
Der Herr des Weinbergs wird mit Strenge strafen
euch Diebe, die die Reue nicht mehr zwickt.

Sie aber waren längst schon eingeschlafen
und hörten nicht, wes’ Dinge sie betrafen.

Als sie nun gar den Sohn des Königs schlugen,
und scharfe Dornen flochten um sein Haupt,
danach mit breitem Grinsen trotzig frugen:

„Wer von uns allen hätte je etwas geraubt?“
Ihn dann bis hin zum Tod an´s Kreuze hängten,
und lachten dabei lauter als erlaubt,

als nach dem fremden Erbe sie sich drängten,
da riss dem König endlich die Geduld.
Hieß seine Heerschar sich gen Erden senken,

zu Ende kamen Langmut, Nachsicht, Huld.
Der Pachtvertrag ward kurzerhand zerrissen,
nun folgte harte Strafe ihrer Schuld.

Des Rädelsführers Stuhl ward fortgerissen,
danach die ganze Bande abgetan.
Ich rede, Leute, euch in das Gewissen,

Ermahnung treffe heute Frau und Mann.
Die Kirche als des Herren Feld bewahren
und pflegen dürft ihr. Nach der Ernte dann,

wenn ihr zum Tempel Gottes Wein gefahren,
kommt auch sein Dank zu euch bei tausend Jahren.

Nanographie

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Ich möchte auf ein paar Dinge hinweisen, die im Zusammenhang mit der Geschichte vom Garten Eden auffallen. Es geht darum, auf welche Weise nach dem Bericht des 2. und 3. Kapitels der Genesis Gott als Schöpfer mit dem Menschen als ebenbildlichem Geschöpf umgeht. Es handelt sich hauptsächlich um die beiden Partikel Genesis 2,8b und 3,24a. In Gen 2,8b wird berichtet, wie Gott den Menschen in den Garten Eden einsetzt – in Gen 3,24a wird erzählt, wie der Mensch aus dem Garten wieder entsandt wird. Ein- und Auszug des Menschen – das ist das Thema.

Die in Frage kommenden Verben sind für das „Hineinsetzen“ einerseits שים, andererseits für das Hinaussetzen גרשׁ. Als Erstes fällt auf, dass die Zahlenwerte der beiden Wortwurzeln gleich sind.

Das Verbum SCH-I-M (einsetzen) errechnet sich nach den Regeln der Gematrie mit 300-10-40. Durch Bildung der Quersummen und deren Reduktion auf die Ebene einzelner Ziffern wird aus 350 schließlich 8.

Das Verbum G-R-SCH (hinaus setzen) bildet mit den Buchstabenwerten 3-200-300 die Zahl 503, das sind ebenfalls wieder 8. Hineinsetzen und Hinaussetzen sind, wiewohl sie auf der Ebene des alltäglichen Betrachtens gegensätzlich anmuten, auf der Ebene einer zeitlosen Wertung also gleich. Sie haben beide denselben Wert – nämlich 8.

Wobei zu erinnern ist, dass der Wert des Gottesnamens יהוה mit 10-5-6-5 über die Summe 26 ebenfalls wieder 8 ergibt. Das Hineinsetzen des Menschen in den Garten durch Gott, genauso wie das Aussetzen des Menschen in die Jenseitsbezirke des Gartens durch Gott – beides muss, und zwar jedes für sich, als Aktion des Schöpfers verstanden werden.

Die Verben SCH-I-M (einsetzen) und G-R-SCH (aussetzen) sind beide zusammen als ein doppeltes göttliches Handeln im Medium der Zeit zu verstehen. Das Erstaunliche dieses Zahlenzusammenhangs kann uns ermutigen, die häufig nur als Vertreibung verstandene Entfernung des Menschen aus dem Paradies auch einmal ganz anders zu verstehen, – nicht so sehr als eine Strafaktion Gottes, sondern eher als eine interessante Katastrophe (Wendung) mit weitreichend philosophischen Folgen. Einen Hinweis auf diese „neue“ Lesart gibt uns zusätzlich noch das Verbum SCH-L-CH in Gen 3,23. Dieses Verbum (שׁלח) bedeutet „senden“ und eben nicht „vertreiben“. In Gen 3,23 heißt es dann also: „Gott sandte den Menschen (אדם) aus dem Garten Eden, damit er bebaue das Menschliche (אדמה), von wo er genommen ward.“ Die Tätigkeit des Menschen außerhalb des Garten Edens ist also die Selbstkultivierung des zuinnerst liegenden Wesentlichen des Menschen (die Gottähnlichkeit) – nunmehr aber von außen her nach innen hinein.

Weiter! Das Verbum „hineinsetzen“ SCH-I-M (שים) ist die mit dem Anfangsbuchstaben Gottes (Jod) gefüllte Präposition SCH-M (שם) – was soviel wie „dort“ bedeutet. Der Gottesbuchstabe Jod (י) wird ja in die Mitte des Wortes שים eingesetzt. Überall dort also, wo im „dort“ dieses göttliche Jod sich einnistet, ist ein „Ort Gottes“ für den Menschen entstanden. Wird das Jod herausgelöst, bleibt vom „Ort“ nur noch ein entferntes „dort“ übrig.

Das Verbum גרשׁ hingegen ist eine Zusammensetzung aus G-R (גר), dem „Fremdling“ und R-SCH (רשׁ) der „Hauptsache“, oder dem Prinzipiellen. Beide Worte haben in der Summe der beiden Buchstaben jeweils den Zahlenwert 5, das sind zusammen wieder 10 – also der Gottesbuchstabe Jod (י). Der ausgesetzte Mensch jenseits der Paradiesmauern ist in der Hauptsache zu einem Fremdling geworden. Aber zwischen den beiden 5 – 5 muss nur die Waw eingefügt werden oder die Jod, dann sind wir wieder in der inneren Grammatologie des Gottesnamens unterwegs.

Zusatz: In einem Büchlein für Zauberkünstler fand ich dann noch ein Kunststücklein, das aus insgesamt acht Operationen besteht, die mit gewürfelten Zahlen angestellt werden. Auch hier spielt die Zahl 350 eine wichtige Rolle. Kann jemand mitteilen, warum gerade eben diese Zahl?

 Der Trick funktioniert mit allen denkbaren Kombinationen würfelbarer Ziffern von 1 – 6. Die Zahl, welche am Schluss von den jeweils ermittelten Endzahlen abgezogen werden muss, ist die Zahl 350 – der Wert von SCH-I-M: „einsetzen“. SCH-(E)-M ist der „Name“ und zugleich bedeutet eben diese Zeichenfolge als SCH-(a)-M „dort“. Und die Jod („I“) ist der Buchstabe Gottes. Der „Name“ (SCH-(e)-M) einer Sache ist also das jeweilige „dort“ (SCH-(a)-M) des in ihm (Name) dort (Ort) eingesenkten Gottesbuchstabens. So wie der Schöpfer in die tote Tonform Adams (des göttlichen Selbstgleichnisses) seinen Atem einblies, wohnt er auch  immer als eingesetztes I im SCH – ( … ) – M. Und das obige kleine Zahlenrätsel mit den Würfeln macht uns staunen, – wie doch ganz offenbar durch die Kraft der geordneten Zahlen und Ziffern die ganze Welt mit einem möglichen aber verborgenen Schöpfer zusammenhängt.